Massivholzhäuser

Gerne feiert sich der Holzhausbau als Wachstumsmarkt. Jedes Jahr werden mehr Holzhäuser gebaut. Aber die absoluten Zahlen und Zuwachsraten sind eher gering und betreffen vor allem Fertighäuser. Leider fassen viele Statistiken Massivholz- und Fertighäuser als ‘Holzhäuser’ zusammen, so dass genaue Zahlen fehlen.

Der Begriff Massivholzhaus beschreibt keine spezielle Konstruktion wie Fachwerk-, Skelett-, Tafel- oder Blockbau, sondern die in der Gebäudehülle verbaute Holzmenge. Diese ist zwar nicht zahlenmäßig genau definiert, ein Vergleich zeigt aber die Bedeutung: In der Gebäudehülle eines mittelgroßen Massivholzhauses steckt rund viermal so viel Holz wie in einem Leichtholzhaus. Und wer aus Holz baut, dämmt auch mit nachhaltigen Materialien wie Holzwolle oder Zellulose. Das unterstützt die positive baubiologische Wirkung und die gute ökologische Bilanz des Massivholzhauses. – Wir zeigen herausragende Beispiele von privaten Massivholzhäusern verschiedener Größen und Preisklassen, aus vielen Ländern und unterschiedlich individueller Architektur.

Timber ist das englische Wort für Bauholz. Es stammt aus dem indogermanischen Sprachraum (‘timbr’ beziehungsweise ‘zimbar’). Darin bedeuten die altdeutschen Wörter ‘ziemen’ und ‘bar’ bändigen/formen und abgerieben/nackt – zusammen also ‘entrindetes und geformtes Holz’. Einst konstruierte daraus der ‘zimbarai’ oder Zimmermann das Zimmer beziehungsweise Haus mit nur einem Raum. Das Berufsbild des Zimmerers beschreibt schon seit vorbiblischer Zeit einen Holzhandwerker mit Erfahrung, Zuverlässigkeit und Verantwortung.

‘Home’ ist das englische Wort mit altdeutschem Ursprung ‘heimr’ für Haus oder Dorf. Noch weitaus ältere Wortursprünge beschreiben einen Flecken oder Erdhaufen. Über die letzten Jahrhunderte entwickelte sich der Begriff ‘Heim’ für Heimat oder sich heimisch fühlen. Der ‘Timber Home’-Index 2015 präsentiert dem Bauinteressenten sehenswerte, ehrliche und heimelige Holzhäuser.

Aus dem Griechischen stammen die Begriffe Ökonomie und Ökologie. Die Ökonomie beschreibt mit den Worten ‘oikos’ für Haus und ‘nomos’ für Gesetz alles um die Materialien und Technik. Die Ökologie erklärt mit dem Wort ‘logos’ die Lehre vom sinnvollen Wohnen. Darüber hinaus wird das Ökosoziale immer wichtiger. Der ‘socius’ ist der Gefährte und ökosozial benennt das verträgliche Miteinander der Menschen. Der wohl berühmteste Sozius des Holzhausbaus war Albert Einstein mit seinem Sommerhaus in Caputh bei Potsdam, das heute eine bekannte Sehenswürdigkeit ist.

Je mehr Holz an einem Holzhaus verbaut ist, umso weniger Dämmung ist nötig. Holz zählt per bauphysikalischer Definition nicht zu den dämmenden Baustoffen, in der Praxis hat es aber dämmende Wirkung. Grundsätzlich ist der Einsatz von Dämmstoffen nicht falsch, aber das Dämmen ist nicht automatisch mit Energiesparen gleichzusetzen. Es sollte vielmehr die Gesamtheit eines Hauses betrachtet werden. Das umfasst den Energieverbrauch für die Gewinnung, Verarbeitung und Entsorgung der Materialien und den Verbrauch bei der Gebäudenutzung. Aspekte wie die Folgen eines ungesunden Wohnens und das persönliche und gemeinschaftliche Wohlfühlen dürfen nicht vergessen werden.

Ein massives Holzhaus hat eine Außenwand aus Holz, die sowohl die statischen Ansprüche erfüllt als auch vor dem Wetter und Eindringlingen schützt. Der massive Wandaufbau hat keine Hohlräume, in die Feuchtigkeit diffundieren und das Holz schädigen kann. Da Holz von Natur aus stabförmig als Rundholz wächst, müssen die Flächen aus vielen Holzbauteilen zusammengesetzt werden. Das kann als Blockwerk, Brettstapel oder Holzrahmen mit Ausfachung und Beplankung geschehen.

Zwei Bauweisen beschreiben die Ursprünge des Holzhausbaus wie er seit über 4.000 Jahren nachgewiesen ist. In den alpinen und nordischen Regionen sind es die Blockhäuser und sogenannten Strickbauten aus lang und gerade gewachsenem Nadelholz. In einem kleinen slawischen Gebiet stehen die Umgebindebauten als kombinierter Block- und Rahmenbau. In den mittleren Breitengraden sind vor allem Fachwerk- und Riegelhäuser aus Nadel- und Laubholz verbreitet.

Bei den Blockhäusern wurde die Wand aus waagerechten Rundbalken oder behauenen Kantbalken aufgebaut und mit Moos und Lehm abgedichtet. Bei den Fachwerksbauten bestanden die Wände (von altdeutsch ‘Gewundene’) aus Pfosten und Trägern, die mit Weidenzweigen umflochten und mit Lehm/Kalk ausgefacht wurden. Eine Entwicklung der Moderne sind massive Platten aus Brettschichtholz oder Brettsperrholz. Deren Einzelteile aus Brettern oder Bohlen werden verschraubt, verleimt, verdübelt, verkeilt oder vernagelt, so dass Wand-, Decken- und Dachelemente entstehen. Zu den massiven Fachwerksbauten neuer Bauart zählen die nordamerikanischen Timber-Frame- und Post & Beam-Häuser, deren Tragwerke mit besonders dickem Kant- beziehungsweise Rundholz auf sich aufmerksam machen. TH