Historie

Historisch ist der Holzhausbau in Europa. Bis vor wenigen Jahrhunderten wurden in der nördlichen Hemisphäre fast ausschließlich Holzhäuser gebaut. Technische Mängel, Holzknappheit und erhebliche Einflüsse der Aristokratie und Kirche haben das Holzhaus nach und nach verdrängt. Fehlende Schornsteine, die enge städtische Bebauung und die früher geringere Haltbarkeit gegenüber Steinhäusern waren klare Nachteile. Sukzessive wurde das Holzhaus zum Haus der Armen degradiert. Viele Bestandsbauten aus Holz wurden mit Kalk und Zement verputzt oder mit einem ziegelroten Brandschutzanstrich versehen. Dass Holzhäuser energieeffizient und warm sind, spielte mit Entdeckung und Verschwendung der fossilen Brennstoffe keine bedeutende Rolle mehr.

Als kulturelle Denkmäler für den Holzbau dienen die Freilichtmuseen in Europa. Mit ‘Skansen’ eröffnete 1891 in Stockholm das erste wissenschaftliche Freilichtmuseum der Welt. Das erste deutsche in Unteruhldingen am Bodensee dokumentiert seit 1922 ufernahe Pfahlbauten in Rahmen- und Blockbauweise der Stein- und Bronzezeit ab 4.000 bis 850 v. Chr. Das Schweizerische Freilichtmuseum ‘Ballenberg’ wurde 1968 ins Leben gerufen und die Gründung des Salzburger Freilichtmuseums erfolgte Ende 1978. In vielen weiteren europäischen Ländern wurde in Freilichtmuseen die Holzbaukultur mit Referenzhäusern aus typischen Regionen zusammengetragen. Dies geschah, um die Vielfalt und lange Geschichte der hoch entwickelten Holzbauten lebendig zu halten. Holzhäuser und die zahlreichen Nebenbauten zum Lagern und Werken prägten die Wohnkultur der mittel-, ost- und nordeuropäischen Bevölkerung am längsten. Lesen Sie mehr im Druckwerk