Haus Ritola

Anbieter: Polarlifehaus
Bauart: Blockbau, Lamellenholz
Holzart: Fichte
Wandsystem: ohne Dämmung
Nutzfläche Holzbau: 250 Quadratmeter
Preisklasse Ausbauhaus: ab 225.000 Euro
Holzschutz der Fassade: weißer Deckanstrich
Heizenergie: Strom/Erdwärmepumpe
Wärmeverteilung: Fußboden

Standort

Grundriss EG

Grundriss OG

Leben und Arbeiten

In Finnland ist ein Haus am See zu bauen kein Privileg. Dort gibt es erschwingliche Grundstücke an fast jedem der über 60.000 Seen. Je nach Region sind beim Kauf nicht mehr als 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter zu kalkulieren. Anschlüsse für Telekommunikation, Strom und Frischwasser liegen meist in der Nähe, und die Entsorgung erfolgt dezentral.

Ein solches Grundstück sicherte sich eine junge Baufamilie in einem lichten Kiefernwald, der von unzähligen, grün bemoosten Felsbrocken durchzogen ist. Der nächste Nachbar hat sein Häuschen irgendwo weiter entfernt stehen. Bei einer Grundstücksgröße von 5.000 Quadratmetern wäre eine Einzäunung des Geländes unsinnig. Ein schmaler Schotterweg führt die 200 Meter lange Strecke von der Straße zum Haus. Über holzbeplankte Stege erreicht man in wenigen Schritten das Seeufer, wo sich ein gewaltiges Szenario bietet: Fünf Kilometer weit sieht man hinüber zum gegenüberliegenden Ufer, von Nord nach Süd bemisst der See sogar die dreifache Strecke.

Ein Punktfundament sollte reichen, um das Gebäude zu tragen und vor gesundheitsschädlichen Radongas-Ausdünstungen aus dem Erdreich zu schützen. Auf den Sockeln des Fundamentes montierte man einen starken Holzrahmen, der den eigentlichen Hauskörper trägt. Darauf stehen die Gebäudewände aus vierfach verleimten Fichtenblockbohlen mit kurzen Vorköpfen. Die 22,5 Zentimeter starken einschaligen Wände mit extra warmer Boden- und Dachdämmung können dem kalten finnischen Winter trotzen – das bewies sich gleich im ersten Jahr bei unter 30 Grad minus.

Das Gebäude beeindruckt mit einem extremen Dachüberstand, mit supermodernem Design und bester Ausführungsqualität. Der flache Hauskörper mit gering geneigtem Dach erinnert an alpine Chalet-Architektur und hat zugleich etwas Asiatisches. Die Fassade wurde mit einer kräftigen weißen Deckanstrich gestrichen. Das macht das Gebäude im Winter fast unsichtbar, während es im Sommer hell leuchtet. Auf die Blockfassade wurden vertikale und horizontale Zierpaneele montiert, die ein Fachwerk imitieren.

Das Gebäude betritt man durch einen diagonalen Windfang am Hauseck. Dann steht man schon im offenen Wohnraum mit Küche, raumtrennender Theke und einem Essbereich. Der Blick fällt auf den schlanken weißen Kaminofen vor dem firsthoch verglasten Giebel. Durch die schöne Optik der Fichtenwände wirkt alles hell und großzügig und nicht minder gemütlich. Ein wenig schwarze Ausstattung setzt Akzente zur weißen Gesamtgestaltung. So schmeichelhaft und stimmig ist das Ambiente, dass nur noch der Blick auf den See mehr imponieren mag. Neben dem Wohnraum sind drei Schlafräume, zwei Bäder und ein Wirtschaftsraum mit Seitenausgang arrangiert.

Elegant und Abwechslungsreich sind die Böden und Zwischenwände gestaltet. Große weiße Steinzeugfliesen liegen im Wohnbereich, ein Dielenboden aus Eichenholz schmückt das Schlafzimmer. Die Wände wurden teilweise mit gebrochenen Kalksteinklinkern verkleidet. Im Bad sorgen dunkelbraune Mosaikfliesen für Kontrast. Und das Tolle ist: Alle Böden werden durch eine Tiefen-Erdwärmepumpe erwärmt. Um das Raumklima zu optimieren, ist zudem unauffällig in der Zwischendecke eine Be- und Entlüftungsanlage integriert, wie sie in Finnland obligat ist.

Zur Galerie leitet eine weiße Wendeltreppe. Über eine Brücke mit Glasboden gelangt man zum hinteren Balkon. Links und rechts der Brücke und durch den Glasboden hindurch fällt der Blick hinunter in die Küche. Die helle Galerie mit einer kleinen Sitzgruppe wird als Büro- und Leseraum genutzt. Durch die aufsteigende Wärme des Kaminofens wird es hier mollig warm. Dass das Anwesen auch eine Sauna aufweist, dürfte kaum erstaunen. Kurzerhand funktionierte das Baupaar sein kleines Ferienhaus am Seeufer zum ‘Schwitzhaus‘ um.    TH