Haus Reykjavik

Anbieter: Fullwood
Bauart: Block-Tafelbau, Lamellenholz
Holzart: Kiefer
Wandsystem: ohne Dämmung
Nutzfläche Holzbau: 125 Quadratmeter
Preisklasse Ausbauhaus: ab 175.000 Euro
Holzschutz der Fassade: beige Lasur
Heizenergie: Fernerdwärme
Wärmeverteilung: Fußboden

Standort

Grundriss EG

Grundriss OG

Vulkan in Sicht

Seit 2005 trotzt ein deutsches Massivholzhaus der isländischen Witterung. Zwei Pensionäre bauten sich rund anderthalb Stunden Fahrtzeit von Reykjavik entfernt einen ländlichen Altersruhesitz. Das außergewöhnliche Gebäude steht an einem außergewöhnlichen Ort: am Rande einer von hohen Bergen eingefassten kilometerbreiten Flussmündung. ‘Gränahlid‘, grüner Hügel, wurde es getauft, eine treffende Bezeichnung für das Designerhaus mit grünen Dächern, Fenstern und Türen.

Ein wilder Fluss sucht sich mäandrierend seinen Weg durch die gewaltige Tallandschaft. Bald dahinter schwingt sich der über 2.000 Meter hohe Vätnajökull auf, ein Gletschermassiv. „Wir hatten immer gedacht, dass es dort zu einem Vulkanausbruch kommen wird“, erklärt der isländische Bauherr. Doch es kam anders. Im Frühjahr 2010 öffnete der viel näher zum Haus gelegene, 1.600 Meter hohe Eyjafjalla über mehrere Wochen seine Schlote. Glücklicherweise bliesen die starken Westwinde die Aschewolke weg vom neuen Haus.

Kräftig in orange-braun leuchtet das Massivholzhaus weit über‘s Land. Dreifach verleimte, 20 Zentimeter starke ungedämmte Kieferbalken bilden die Wände und Decken. Große querformatige Fenster mit grasgrünen Rahmen dekorieren die Fassaden.

Rund 90 Prozent aller isländischen Gebäude werden geothermisch beheizt. Man braucht das Erdreich nur leicht anzubohren, und schon hat ein jeder seine heiße Quelle im Garten. Dafür war die Abdichtung der Tür- und Fensterrahmen zu den Block-Tafelwänden aufwändig, wie sich der Bauherr erinnert. Denn über die nahezu baumlose Vulkaninsel fegen das ganze Jahr kräftige atlantische Winde.    TH