Haus Emsland

Anbieter: Kontio
Bauart: Blockbau, Vollholz
Holzart: Kiefer
Wandsystem: ungedämmt
Nutzfläche Holzbau: 220 Quadratmeter
Preisklasse Ausbauhaus: ab 150.000 Euro
Holzschutz der Fassade: rotbraune Lasur
Heizenergie: Erdgas
Wärmeverteilung: Umluft

Standort

Grundriss EG

Grundriss OG

Ponderosa Ranch

Mit ihrem Rundprofil-Blockhaus hat sich ein Baupaar im Emsland einen Traum erfüllt. Die amerikanische TV-Westernserie ‘Bonanza’ gab erstmalig den Ausschlag dafür, dass sie sich ein Blockhaus bauen ließen. Das anderthalbgeschossige kellerlose Haus ist der avisierte Altersruhesitz des Paares.

Schon an der Gartengestaltung lässt sich die Herkunft des Kiefer-Rundbalkenhauses erkennen: Üppige Moose und dicht mit Flechten bewachsene Findlinge repräsentieren die typische Landschaft im finnischen Lappland.

Beim Betreten des Hauses kommt jedoch der amerikanische Wohngedanke ans Licht. Nicht nur der Name des Blockhauses ‘Ponderosa’ erinnert an die Ranch der Cartwright-Familie. Im Inneren begeistert  die offene Raumteilung mit einem zentralen Wohnraum und dem knisternden Feuer im Bruchsteinkamin. Von hier führt eine Treppe auf die Galerie, von wo man den sechs Meter hohen Wohnraum überblicken kann. In den seitlichen Hausflügeln beherbergt das Erdgeschoss eine Küche, ein separates Fernsehzimmer, zwei Schlafzimmer, ein Bügelzimmer, den Dielenbereich mit Gäste-WC und eine Vorratskammer. Ein besonderes Highlight ist der 30 qm große Badbereich mit  Whirlpool, Dampfbad und einer Sauna. Halogen-Spots beleuchten das goldgelbe, warme Polarkieferholz und den grau melierten Specksteinfußboden, der über Heizschleifen erwärmt wird. Zudem erlauben Terrassentüren von allen rückseitigen Räumen einen Zugang zur großen überdachten Veranda. Mit ihren verschiedenen Abteilungen eignet sie sich zur ganzjährigen Nutzung.

Die Raumteilung des Kiefernhauses wurde mit einem deutschen Service- und Vertriebspartner erarbeitet. Dieser kümmerte sich auch um einen qualifizierten Fachbetrieb für eine dichte Montage des 23 Zentimeter-Rundprofil-Blockhauses. Dazu wurden über 3.000 Meter Blockhausdichtband verwendet.

Allen Beteiligten war bekannt, dass das einschalige Blockhaus aus unverleimten Balken mit einem anspruchsvollen Luftheizungssystem ausgestattet werden musste. So wählten sie ein Luftheizungssystem, um das Haus zu beheizen und gleichzeitig zu belüften. Durch den Garten führt in zwei Metern Tiefe ein 40 Zentimeter dickes, antibakteriell beschichtetes Rohr. Durch dieses wird über einen Luftschacht vortemperierte Frischluft angesaugt. Anfallendes Kondensat wird am Rohrende zu einem Abwasserschacht abgeführt. Die trockene Luft wird in einem Kreuzluftwärmetauscher im Dachgeschoss durch eine Erdgastherme temperiert. Jahreszeitlich bedingt schwankt die Lufttemperatur am Einlass zwischen acht Grad an frostigen Wintertagen und 15 Grad in sommerlichen Hitzeperioden.

Eine austauschbare Filtermatte sorgt für staub-, bakterien- und allergenfreie Frischluft im Verteilsystem. Vom Wärmetauscher verzweigen sich Luftkanäle durch die Leichtbauwände und den Fußboden in jeden Raum des Hauses. Raumthermostate erlauben es, die Zimmer getrennt zu regeln. So lässt sich das Haus im Sommer auf die genannte Einlasstemperatur von 15 Grad klimatisieren.

Dem Heizungsbauer gelang es, eine komfortable Luftführung zwischen den einzelnen Zimmern auszuklügeln. Die Warmluft wird nicht nur vom Wärmetauscher zum jeweiligen Zimmer und zurück geführt, sondern strömt auch von gut beheizten Räumen, wie dem Wohnzimmer mit offenem Kamin, in kältere Hausbereiche, wie die teilabgetrennte Küche. So verbreiten sich keine Kochgerüche und auf eine Fensterlüftung kann völlig verzichtet werden. Um eine so komplexe Anlage effizient betreiben zu können, muss die Gebäudehülle sehr dicht gebaut sein. Zwölf Monate nach Bezug wurde eine Luftwechselrate pro Stunde von 2,4 gemessen, die unter dem normierten Grenzwert für normal beheizte Gebäude von 3,0 liegt. Ein Luftheizsystem funktioniert aber erst ab einem Wert von 1,5 optimal. Zwei Leckagen an der Fensterabdichtung waren vom Prüfer binnen weniger Minuten ausgemacht und gleich behoben.

Ein Luftheizsystem bietet Vorzüge und Nachteile. Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnlich gute Versorgung mit sauberer Frischluft. So sind Rauch und Qualm schnell wie weggeblasen, und die gleichmäßige Verteilung der Luft verhindert einen Wärmestau in den Räumen, wie er etwa in firsthohen Wohnräumen auftreten kann. Auch wird eine Schimmelbildung durch Kondensation von Feuchtigkeit an Wärmebrücken zur Außenwand unterbunden. Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Fußbodenheizsysteme, sind bei der Luftheizung ausgeschlossen. Auch werden die Holzdüfte durch die konstante Belüftung gemildert.

Die Planung und Umsetzung einer solchen Heizanlage erfordert beste Kenntnisse im Lüftungsanlagenbau. Die Materialkosten für die zahlreichen Luftkanäle aus 5 x 10 Zentimeter starkem Zinkblech und der erhebliche Installationsaufwand stellen das System wirtschaftlich in Frage. Im vorgestellten finnischen Blockhaus konnte die Realisierung kostengünstig in Eigenregie erledigt werden. Aber auch ohne seine Technik steht das stilvolle finnische Blockhaus mit herrlicher Außenanlage als Referenz für die Möglichkeiten im Blockhausbau.    TH