Haus Cottbus

Anbieter: Leonwood
Bauart: Blockbau, Vollholz
Holzart: Kiefer
Wandsystem: ohne Dämmung
Nutzfläche Holzbau: 160 Quadratmeter
Preisklasse Ausbauhaus: ab 200.000 Euro
Holzschutz der Fassade: schwarze Lasur
Heizenergie: Strom/Luftwärmepumpe
Wärmeverteilung: Fußboden

Standort

Grundriss EG

Grundriss OG

Lausitzer Prototyp

Neu Finnland‘ – diese ungewöhnliche Bezeichnung verlieh ein Baupaar ihrem neuen Wohnblockhaus nahe Cottbus. Fast provokant zeigt sich das Haus rundum mit einem schwarzem Naturharzanstrich, aus dem nur die weißen Fenster- und Türeinfassungen hervorstechen. Schwarz und Holz, das lässt den Betrachter schnell an Feuer und Verkohlung denken.

Nach der Farbe fällt das Augenmerk gleich auf den dominanten Satteldachaufbau. Er ist meterdick, steht allseits weit über den Grundriss hinaus und verjüngt sich nach innen hin. Die Giebelwände liegen daher tief im Dach verborgen. Die über 20 Meter langen Traufen schließen mit überstehenden Holz-Regenrinnen ab, die aus durchgehenden Hölzern von Gebirgslärchen gefertigt sind. Die dunkle Farbe verleiht dem Gebäudekörper eine kompakte Erscheinung, so dass der Wohnraum gegenüber dem Dach in den Hintergrund tritt. Durch die geschickt gewählten Winkel und Schrägen des Daches wirkt das Haus insgesamt bootsartig, windschnittig, geradezu sportlich.

Das Geheimnis hinter dem fächerartig mit Rauspund bedeckten Giebel ist ein kostengünstiges Binderdach aus Trapezbindern. Diese hier eingesetzten Dachträger schaffen im Obergeschoss einen Wohnraum ohne störende Stützpfosten. Der große Hohlkörper des Dachraums selbst bietet Platz für eine über 50 Zentimeter starke Wärmedämmung. „Die meiste Energie geht bei einem Wohnhaus über das Dach verloren – aber nicht mehr bei uns,“ erklärt der Bauherr.

Runde Kiefer-Vollholzbalken aus finnischer Fertigung mit 28 Zentimetern im Durchmesser stellen die Grundkonstruk­tion des 18,3 Meter langen Gebäudes dar. An drei Hausecken wurden Freisitze im Blockbau ausgespart. So entstanden ein überdachter Hauseingang, eine geschützte Grillterrasse und eine sichtgeschützte Sauna- und Ruheterrasse. Getragen werden die freien Hausecken von kräftigen Naturstammpfosten, die im schwarzen Farbton der Fassade gestrichen sind. Der Anstrich stammt von Kiefernteeröl, das in Finnland als traditionelles Holzschutzmittel verwendet und noch heute handwerklich in Waldmeilern hergestellt wird. Auf einer Finnlandreise hatten die Bauherren diesen Anstrich entdeckt. „In den ersten Wochen roch das gewaltig“, gesteht der Bauherr. Doch schon nach einem Sommer war der Geruch verflogen.

Gemütlich und praktisch ist der Wohnbereich in Küche, Ess- und Wohnraum gegliedert. Die Essterrasse fügt sich nahtlos in diese Aufteilung ein. Eine rund gemauerte Wand im Wohnzimmer verbirgt einen Saunabereich mit dem Bad und ein separates WC. Von diesem Wellnessbereich aus kann man auf die geschützte Terrasse gehen und dort an der Frischluft entspannen oder im Garten im Abkühlbecken schwimmen.

Von der Diele führt eine geradläufige Treppe ins Dachgeschoss. Allseitig spürt man eine wohlige Wärme. Für diese sorgt eine außenstehende Luftwärmepumpe über die Fußböden. Auf Solarenergie und Fotovoltaik haben die Bauleute verzichtet. Es wird ein Heizjahresverbrauch von unter 300 Euro erwartet. Unscheinbar im Bad hängt ein kleiner elektrischer Durchlauferhitzer, der die Warmwasserversorgung für Bad und Küche sicherstellt. Für einen geringen Energieverbrauch ist auch die Verglasung des Gebäudes wichtig. So wurden die Fenster als Kastenfenster mit Doppelverglasung ausgeführt. Nach außen gibt es eine dritte Scheibe, kleine Lufteinlässe lüften den Zwischenraum. Seitlich wurden ganz in finnischer Manier Lüftungsklappen mit Fliegengittern eingebaut. – Das spannende Haus ist sicher mehr als ein zukunftsweisender Prototyp, eher ein hochmodernes Blockhaus-Flaggschiff.    TH