Haus Braamt

Anbieter: Charlie Manz
Bauart: Blockbau, Naturstamm
Holzart: Fichte
Wandsystem: ohne Dämmung
Nutzfläche Holzbau: 220 Quadratmeter
Preisklasse Ausbauhaus: ab 250.000 Euro
Holzschutz der Fassade: transparente Lasur
Heizenergie: Erdgas
Wärmeverteilung: Fußboden

Standort

Grundriss EG

Grundriss OG

Puppet Show with Logs

Auf über 40 Arbeitsjahre schaut ein Puppenspieler-Ehepaar zurück. Angefangen hatte ihre Geschichte mit dem Erwerb einer Schreibmaschine, auf der sie die ersten Theaterstücke verfassten, die sie auf Jahrmärkten bis nach Italien vorführten. Dort, wo der Rhein die deutsch-niederländische Grenze quert, machten sie sich 1976 sesshaft.  
Hier gründeten sie ’Het Land van Jan Klaassen’, einen Freizeitpark für Kinder, zu dessen Attraktionen ein Puppenmuseum und das Puppentheater gehören. ’Jan Klaassen’ ist der komische Held des holländischen Puppenspiels für Kinder. Kein Wunder also, dass bei der Familie Kreativität groß geschrieben wird.

„Das alles war mal eine nackte Wiese“, holt der Clown zur Geschichte seiner Familie und des Anwesen aus. „Eigentlich bevorzuge ich das Leben im Freien und habe hier lange Zeit in einem Tippi gewohnt“, erzählt der sympahtische Mann. Über einen Holzfachhandel besorgte er sich eines Tages Blockbalken aus Finnland, die er selbst zu einem Haus zusammenzimmerte.

Das Glück im Unglück geschah dann im Jahr 2002, als das Blockhaus vollständig abrannte. Über einen Freund erhielt er einen ersten Kontakt zu einem echten Naturstammhaus im Hunsrück. Also machte er sich daran, dieses Haus und die Erbauer kennenzulernen, und um seine eigenen Vorstellungen umzusetzen. Sein holländischer Architekt hatte im Handumdrehen ein ausgefallenes Design entworfen. Dann hieß es aber: „In Stein lässt sich das bauen, aber nicht in Holz“. So wandte sich der Puppenspieler an die Blockhausbauer.

Der Komplex besteht aus zwei Baukörpern, die über ein Treppenhaus verbunden sind. Das Ober­gschoss ist eine ’Post & Beam’-Konstruktion. Nach außen geneigte Pultdächer bedecken die beiden Gebäudehälften.

Aufwändig war es, die Statik mit ihren großen Spannweiten und der komplizierten Lastabtragung auf den Blockbau zu berechnen. Hier leistete ein Hunsrücker Ingenieur ganze Arbeit. „Hier knackt nichts und der Blockbau hat sich keine zehn Zentimeter gesetzt“, erklärt der Hausbesitzer zufrieden.

Durch den verglasten Zwischentrakt fällt der Blick gleich bis in den hinteren Garten. Eine Douglasientreppe führt vom Empfang ins Obergeschoss, wo eine Brücke zum Schlafzimmer einerseits und zu zwei Jugendzimmern und einem Bad andererseits quert.

Alle Räume gestalten sich unorthodox. So gibt es bisher noch keine Tür zum Schlafzimmer – oder wird es sie nie geben? Hinter zwei Stammstützen für das allseitig weit überstehende Dach steht ein Bambusbett im gut 40 Quadratmeter großen Raum. Die dreiseitige Vollverglasung erlaubt es, in den Wald und über den Erlebnispark zu blicken.  
Der wichtigste Raum des 220-Quadratmeter-Hauses liegt unten im Erdgeschoss. Links gelangt man in den Wohn-, Koch-, Ess- oder besser: ’Allesraum’. Zentral steht hier ein offener Kamin, der aus einem Lagerraum im Garten mit Holz versorgt wird. Die Familie heizt gerne mit Holz, wenn auch eine Gaszentralheizung zur Verfügung steht.    TH